Wie Sie als Akademiker/in (Life Sciences) jetzt den Einstieg in die Medizinprodukte-Industrie schaffen

Warum überhaupt?

Je nach persönlicher Planung ist der Wechsel in die Industrie schon länger eine Option oder ein Ausweg aus den prekären Beschäftigungsverhältnissen an den Universitäten. Als Forscher oder Forscherin mit Life Science Background speziell mit medizinischen Themen ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt zu einem Medizintechnik-Unternehmen zu wechseln oder sich zumindest auf den Wechsel vorzubereiten.

Warum jetzt?

Die Branche unterliegt großen Veränderungen aufgrund der neuen europäischen Medizinprodukteverordnung 2017/745 (Medical Device Regulation oder auch kurz: MDR). Die Übergangsfrist hierfür endet im Mai 2020. Es werden verschiedenen neue Anforderungen an die Zulassung und den Erhalt von Medizinprodukten auf dem europäischen Markt gestellt. Beispielsweise müssen aufgrund einer Höhergruppierung der Risikoklassen viel mehr Produkte klinisch geprüft werden. Weitere Verfahren für spezielle Produktklassen werden zudem aufgebaut. Es ist aufzuzeigen, welche Leistung das Produkt hat und wie diese nachgewiesen werden kann. Damit einhergehend stellt sich die große Frage „What’s suffient clinical data?“. Klinische Daten spielen eine neue, größere Rolle und die Anforderungen nähern sich denen der Arzneimittelforschung an. Zudem gibt es erstmals die Pflicht zur proaktiven Marktbeobachtung nach dem Inverkehrbringen (Stichwort: Post Market Clinical Follow Up – oder auch kurz. PMCF).

Wo liegen die Chancen? – Medizinprodukte-Industrie?

Für die Wissenschaftler/innen, die sich in speziellen Indikationen und damit mit der Interpretation klinischer Daten auskennen, gibt es hier die große Chance wertvolles Wissen und wichtige Methoden in die Unternehmen mit einzubringen. Aufgaben können sein: Literaturrecherchen für die Klinische Bewertung, Planung und Auswertung von klinischen Studien oder auch Verfassung von Prüfplänen, sowie Unterstützung bei der Berichterstellung.

Und was ist das Richtige für mich?

Setzen Sie sich damit auseinander, wie Sie arbeiten wollen. Dazu gehört in welcher Art von Unternehmen Sie tätig sein wollen, vom Start-Up bis zum Weltkonzern. Der Medizinproduktemarkt in Deutschland ist dabei sehr durch den Mittelstand geprägt. Wie viel möchten Sie reisen? Wie flexibel wollen Sie sein? – Diese Fragen sollten Sie sich stellen und die dafür entsprechende Rolle suchen. Quality, Clinical oder Regulatory etc. – jeder Tätigkeitsschwerpunkt bringt spezielle Anforderungen und Aufgaben mit sich.

Erste Schritte

Wenn Sie gerade an einer Abschlussarbeit oder einer Promotion mit einer Anbindung an eine Klinik oder ein klinisches Institut arbeiten, nutzen Sie die Chancen auch Einblick in die klinische Forschung zu bekommen. Versuchen Sie an den GCP-Kursen (engl. Good Clinical Practice) für Prüfärzte teilzunehmen und aktiv an klinischen Studien mitzuwirken. So können Sie wertvolle Praxiserfahrung am Prüfzentrum gewinnen. Wenn Sie Verhandlungsspielraum für Fortbildungen haben, versuchen sie Themen wie Qualitätsmanagement oder Regulatory Affairs zu belegen. Auf den ersten Blick scheint die Unterstützung der Kliniken im Bereich Klinische Studien oder Qualitätsmanagement eine eher unterfordernde Dokumentationsarbeit zu sein. Sie sammeln so jedoch wichtige Praxiserfahrung, die Ihnen dabei hilft das große Ganze zu verstehen. Wenn Sie diese Einblicke nicht direkt in einer Klinik bekommen, informieren Sie sich über nebenberufliche Weiterbildungen oder Online-Kurse.

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